Demnächst vielleicht in Ihrem Briefkasten: Post vom Otto-Versand. Der hat nämlich gerade noch ein Schnäppchen gemacht und nach der Marke „Quelle“ das Recht erworben, allen 8 Millionen Quelle-Kunden eine Werbesendung zukommen zu lassen. Einmalig. Nicht, dass Sie denken, jetzt kommt dauernd Post.
Gehandelt werden unter Adressenhändlern ohnehin nur Postadressen; weitere Daten wie Telefon- oder Bankkontonummern und E-Mail-Adressen sind dagegen geschützt.
Mehr als 400.000 Namen stehen mittlerweile auf der Terrorverdächtigen-Liste des FBI – täglich kommen etwa 1600 hinzu.
Ein ganz schöner Datenkrake wird da gezüchtet. Man kann aber beruhigt sein: Im Verhältnis zum täglichen Bevölkerungswachstum sind das weniger als ein Prozent. Und die Daten werden nicht von der deutschen Arbeitsagentur verwaltet.
Die Arbeitsagentur nimmt ihr soziale Verantwortung ernst. Mit dem neuen Computersystem 4PM* können die Mitarbeiter der Arbeitsagentur ihre neueste Bekanntschaft gleich mal tiefer gehend prüfen. Hat sie oder er Kohle, einen Beruf gelernt oder gar einen Partner oder immer mal wieder einen neuen? Säuft sie oder er? Und vor allem: Sagt sie oder er die Wahrheit? Ein Blick in den Bürocomputer sagt mehr als 1000 Worte.
Auch eine junge Frau war schockiert, als ihr neuer Freund sie auf manches Geheimnis ansprach. Dieser hatte über sie in den Datenbeständen der Bundesagentur recherchiert und wusste bestens Bescheid über ihre Einkommens- und Familiensituation, Schul- und Berufsausbildung, mögliche Erkrankungen und Vorstrafen.
Dort gibt es eine wahrhaft gründliche Untersuchung. Mit allen Schikanen, mit Blutprobe, möglicherweise sogar mit noch mehr Körperflüssigkeiten. Alles eine Frage der Einstellung.
seine „obsessiven Bestrebungen, den demokratischen Rechtsstaat in einen präventiv-autoritären Sicherheitsstaat zu verwandeln“
erhält Wolfgang Schäuble den diesjährigen Big Brother Award. Ursula von der Leyen, besser bekannt als „Zensursula“, ist genau deshalb die Preisträgerin in der Kategorie „Politik“. Weitere Preisträger sind das Berliner Organisationskomitee (BOC) der Leichtathletik-WM sowie die Firmen Claas Landmaschinen und Utimaco Safeware.
Der Finanzdienstleister AWD hat ein Problem. 27.000 Kunden von AWD auch. So viele Kundendatensätze wurden dem AWD nämlich gestohlen. Mit Details, wie Kunden- und Telefonnummer, Adresse und Übersicht über die abgeschlossenen Verträge.
Gut, wenn man kein AWD-Kunde ist. Sonst stünde das Telefon bald gar nicht mehr still.
Ach ja:
Der Schutz Ihrer Privatsphäre ist für AWD besonders wichtig.
Manchmal freut man sich, dass es die FDP gibt. Während die so genannten „Sozialdemokraten“ mit den Freiheitsfeinden von der CDU jede mögliche gemeinsame Sache machten, egal, wie schmutzig sie war und vermutlich aus reiner Freude, dass sie weiter an der Macht mitspielen durften, haben die Liberalen von der FDP jetzt vier Dorne aus dem Fleisch der bürgerlichen Freiheiten gezogen:
Die Stoppschilder von Zensursula werden „vorerst ausgesetzt“, statt dessen wird versucht, kinderpornografische Inhalte zu löschen, die Datenmenge aus der Vorratsdatenspeicherung soll nur in schweren Gefahrensituationen genutzt werden dürfen, die Onlinedurchsuchung Bedarf künftig der Anordnung der Bundesanwaltschaft und bleibt für Geheimdienste tabu – jedenfalls offiziell – und die Anwälte haben ihr Berufsgeheimnis zurück. Ein guter Anfang. Schwarz-Gelb ist nicht nur schlecht.
Interessierte Bremer konnten am gestrigen Bundestagswahlsonntag schon vor Schließung der Wahllokale die (fiktiven) Wahlergebnisse ansehen.
In Bremen hat es am Wahltag offenbar eine Online-Panne gegeben. Auf der Website des Landeswahlleiters waren genaue Prozentzahlen abrufbar – um 15 Uhr, während die Abstimmung lief. (SpOn)
So viel, oder so wenig zur Gefahr des Vorabtwitterns von Wahlumfrageergebnissen. Und: In Leipzig hatten wir das schon, zur Kommunalwahl im Juni. Da standen die (fiktiven) Ergebnisse schon mindestens drei Tage vorher im Netz. Das müssen uns die Bremer erst einmal nachmachen!
Wie jeder weiß, können Politiker Computer nicht bedienen. Deswegen bekommen sie Internetseiten immer nur als Ausdruck ihrer Bediensteten zu Gesicht. Man spricht deshalb auch von den sogenannten Internet-Ausdruckern. Nun machen wir es ganz einfach. Mit einem minimalen Schnippsel CSS-Code schützen wir alle Seiten vor dem Ausdrucken. Und schwupps – kein Politiker wird jemals wieder eine Internet-Seite zu Gesicht bekommen. (http://www.politiker-stopp.de)
Leider unterstützt wordpress.com diese feine Funktion nicht.
Schade, denn sonst wäre hier auch Schluss für die Internetausdrucker. Aber wie wäre es dafür mit einem Tänzchen? Ein Disco-Fox gefällig? Bitte schön:
…wie Ihr Abgeordneter in Sachen Zensurinfrastruktur aka „Bekämpfung von Kinderpornographie“ gestimmt hat, können Sie es nachlesen. Der Bundestag hat die namentliche Abstimmungsliste veröffentlicht. Da als PDF.
Vielleicht ist es eine Entscheidungshilfe für die nächste Bundestagswahl.
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