Leipzigs Innenstadt ist autofrei. Für die Autofreiheit sorgen Verbotsschilder, und da die nicht von allen Menschen gleich ernst genommen werden, Poller auf den Straßen. Damit Rettungsdienste, Polizei, Taxis und der Bus trotzdem in die City kommen, sind diese Poller mittels Transponder bzw. Karte versenkbar. Der Poller hebt sich automatisch nach einer Autodurchfahrt wieder. Das weiß jeder, und zur Sicherheit steht es noch einmal auf Schildern am Poller. Und wenn sich der Poller hebt, gibt es ein dickes rot leuchtendes und blinkendes Warnsignal.
Dumm, wenn jemand trotzdem in den Pollerbereich einfährt, in dem Glauben, dass das noch zu schaffen sei, denn das Leben ist kein Ponyhof und der automatische Poller ist keine Fahrstuhltür, die bei einem Hindernis wieder öffnet.
Da kann es dann etwas länger dauern: Erst einmal kommt die Feuerwehr, dann die Polizei, dann der Abschleppwagen, dann die Rechnung. Und autofrei ist man auch noch für eine gewisse Zeit. Wenigstens die Fußgänger in der Fußgängerzone haben ihr Vergnügen und fühlen sich mit all ihrer Häme auch noch im Recht.
Und mit noch ein ein bisschen mehr Pech steht die Unglückskarosse nicht nur auf dem Poller, sondern auch noch am selben Abend im Internet.
In Leipzig kursiert übrigens die Theorie, dass derart aufgespießte Fahrzeuge immer ein Nummernschild tragen, das auf die Zulassung in einem der die Stadt umgebenden Kreise respektive die Stadtuntauglichkeit der Fahrzeuglenker (so genannte “Landeier”) hinweist. Ob das wirklich so ist, entzieht sich zwar der Kenntnis, aber nicht unbedingt der Zustimmung.


