Kaffee, Sex und Nase putzen

Was haben diese drei Tätigkeiten gemeinsam? Aufmerksame und gesundheitsbewusste Leser, die sich keinen Pressebericht über irgendeine Studie auf der Welt entgehen lassen, wissen es schon längst: Kaffee, Sex und Nasenputz erhöhen das Schlaganfallrisiko. Schlecht, denn wie will man auf Kaffee verzichten? Und auf’s Nase putzen? Und geht es Ihnen, verehrte gesundheitsbewusste Leser, eigentlich auch so, dass Sie, wenn Sie über eine Krankheit lesen, sofort die entsprechenden Symptome spüren, und wenn nicht, dann sofort im Gesundheitsbrockhaus nachschauen, was einem bei der entsprechenden Krankheit wehtun muss, damit man dann endlich die ersten Symptome spürt? Nein? Ich werde bei der Lektüre entsprechender Berichte sofort krank. Ein Medikamentenbeipackzettel führt bei mir sofort zu allen Nebenwirkungen, auch ohne dass ich das Medikament erst einnehmen muss. Ich bin eben empfindsam. Die Liebste nennt mich einen Hypochonder, was ich entschieden zurückweise, während sie mir mit einem verführerischen Lächeln Kaffee eingießt. Vermutlich will sie mich umbringen. Ich bekomme vor Angst Niesreiz.

Doch zurück zu Kaffee, Sex und Nase putzen: Diese Tätigkeiten sollen so aufs Hirn drücken, dass es dort zu Einblutungen kommen kann, die dann den Schlaganfall hervorrufen sollen. Beim Nasenputz ist das ja nachvollziehbar – Sie kennen diese Trompeter in der Straßenbahn, die der ganzen Welt mitteilen müssen: Meine Nase ist jetzt frei, und ich suche eine Stellung als Benjamin-Blümchen-Double. Tröröh! Der Schlag wird sie treffen. Zu Recht.

Aber wie ist das beim Kaffee trinken? Wie stark muss ein Kaffee sein, um zu Hirnbluten zu führen oder wie schwach muss er sein, damit man von einem “sicheren” Getränk sprechen kann? Hersteller, Ihr seid gefordert: Auf jedem Pfund Kaffee muss sich ein Warnhinweis befinden.

Und wie ist es um die Kombination bestellt? Wie gefährlich ist Nase putzen beim Kaffee trinken? Oder Kaffee trinken beim Sex? Was ist gefährlicher: Sex beim Nase putzen oder auf dem Kaffeetisch? Hat man eine Überlebenschance bei einem orgiastischen Schnauben an der Kaffeetafel? Fragen über Fragen, die weitere Studien erfordern, an denen ich mich nicht freiwillig beteiligen möchte, schon wegen des schlechten Eindrucks im Familienkreis bei der letztgenannten Versuchsanordnung.

Überhaupt, Sex: Eine andere Studie hat nämlich ergeben, dass Männer, die in einer glücklichen Beziehung leben, ein weitaus geringeres Schlaganfallrisiko haben als Junggesellen oder Männer in lieblosen Beziehungen. Nun fragt man(n) sich doch, was eine glückliche Beziehung ausmacht? Doch wohl Sex, oder?

Wem kann man eigentlich noch glauben? Wir leben in einer allzu komplizierten Welt.

via BBC News – Sex and coffee ‘trigger stroke’.

P. S. Unter den vorgenannten Erwägungen kommt mir die Bezeichnung “kleiner Tod” für den Orgasmus, wohl aus dem französischen Sprachraum übernommen (“la petite mort”), also von vermeintlichen Experten qua Genen in Sachen Eros, gar nicht mehr so poetisch überhöht vor.

P.P.S. Zum Thema “Naseputzen” noch ein überhaupt nicht poetisch überhöhter, aber mit umso drastischeren Bildern versehener Surftipp. Klick!

3 Antworten zu Kaffee, Sex und Nase putzen

  1. Mein Gott, das Leben ist so kompliziert. Man schwebt doch tatsächlich immer in irgendeiner Gefahr.
    Hallo übrigens, gefällt mir gut hier!

  2. Übrigens: Kacken, wenn man mal etwas kräftiger drücken muss, erhöht auch das Schlaganfall-Risiko. Bei meinem täglichen Gang zur Toilette denke ich, dieses Mal könnte es das letzte Mal gewesen sein.

    • Oh, Sch…!

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