…und Glückwunsch zum 65. Geburtstag!
Ich weiß noch wie heute, wie ich als Teenager kein Punk wurde, weil Du gesungen hast:
Che Guevara und Luther King dürfen nicht umsonst gestorben sein!
Abgesehen davon, dass die Besorgung einer Lederjacke unter DDR-Bedingungen Schwierigkeiten machte, war es wirklich dieses Lied, das den Ausschlag gab. Gehört habe ich Udo Lindenberg zum ersten Mal auf einer Doppel-LP, die mein Freund von seinem wenigen Westgeld im Intershop gekauft und dafür auf eine Jeans verzichtet hatte. Wir haben die Platte dann alle auf Kassetten überspielt – ein Verb, das es in dieser Bedeutung auch nicht mehr gibt. Es waren die ganzen Klassiker darauf, z. B. “Rudi Ratlos”, “Macky Maserati”, “Mit dem Sakko nach Monaco”, “Wenn ich 64 bin”. Eigentlich habe ich sogar die Beatles durch Udo Lindenberg kennen gelernt. Und den Blues. Auch wer Che Guevara war, hatte ich bis dahin nicht gehört, der stand ebenfalls nicht im Lehrplan.
Die Kassetten liefen bis zum Ausleiern, und mein Schulfreund war der Held. Alle Angebote, die LP zu verkaufen, schlug er aus, selbst für über 100 Mark nicht und selbst,als sie schon zerkratzt war vom Dauerspiel auf jeder Party.
Udo Lindenberg war der Backgroundsound unserer Jugend, unserer ersten Lieben und unsere große Liebe.
Danke, Udo, dass Du uns so tolle Sachen beigebracht hast!
Verschiedene Medien, selbst das Deutschlandradio, sprechen heute vom Rentenalter, in das Udo Lindenberg angeblich eintreten würde. Quatsch, erstens, weil das Rentenalter nicht mehr bei 65 liegt und Quatsch, weil Udo immer jung ist. Sonst müssten wir, seine Fans seit Jugend an, ja zugeben, auch langsam älter zu werden. Das tun wir niemals!
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