Monatsarchiv: Mai 2011

Generation Ritalin

Heute zwei Halbwüchsige belauscht. Sie sprachen von einem dritten.
Der erste: Hast du gehört, der X hat 50 % ADHS, Alter?
Der zweite: Äh, was?
Der erste: ADHS. Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.
Der zweite: Isn das?
Der erste: Der braucht Aufmerksamkeit.
Der zweite: Krass!

Bei Kaisers hängt der Haussegen schief

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen, sagt ein Sprichwort. Was das Sprichwort nicht sagt, ist, dass mancher von manchen Reisen nicht allen alles erzählen mag. Das ist das Problem von Herrn Kaiser bzw. seinen Nachfolgern. Der nette Herr Kaiser von der Hamburg-Mannheimer Versicherung ist ja schon im Ruhestand. Mit ihm ist auch der Inbegriff der Solidität gegangen. Die Hamburg-Mannheimer heißt jetzt Erigo*, nein, Ergo, und ist ein Unternehmen, das seinen verdienten Männern etwas bietet. Zum Beispiel Auslandserfahrung: Weiterlesen

Kaffee, Sex und Nase putzen

Was haben diese drei Tätigkeiten gemeinsam? Aufmerksame und gesundheitsbewusste Leser, die sich keinen Pressebericht über irgendeine Studie auf der Welt entgehen lassen, wissen es schon längst: Kaffee, Sex und Nasenputz erhöhen das Schlaganfallrisiko. Schlecht, denn wie will man auf Kaffee verzichten? Und auf’s Nase putzen? Und geht es Ihnen, verehrte gesundheitsbewusste Leser, eigentlich auch so, Weiterlesen

Danke, Udo…

…und Glückwunsch zum 65. Geburtstag!

Ich weiß noch wie heute, wie ich als Teenager kein Punk wurde, weil Du gesungen hast:

Che Guevara und Luther King dürfen nicht umsonst gestorben sein!

Abgesehen davon, dass  die Besorgung einer Lederjacke unter DDR-Bedingungen Schwierigkeiten machte, war es wirklich dieses Lied, das den Ausschlag gab. Gehört habe ich Udo Lindenberg zum ersten Mal auf einer Doppel-LP, die mein Freund von seinem wenigen Westgeld im Intershop gekauft und dafür auf eine Jeans verzichtet hatte. Wir haben die Platte dann alle auf Kassetten überspielt – ein Verb, das es in dieser Bedeutung auch nicht mehr gibt. Es waren die ganzen Klassiker darauf, z. B.  „Rudi Ratlos“, „Macky Maserati“, „Mit dem Sakko nach Monaco“, „Wenn ich 64 bin“. Eigentlich habe ich sogar die Beatles durch Udo Lindenberg kennen gelernt. Und den Blues. Auch wer Che Guevara war, hatte ich bis dahin nicht gehört, der stand ebenfalls nicht im Lehrplan.

Die Kassetten liefen bis zum Ausleiern, und mein Schulfreund war der Held. Alle Angebote, die LP zu verkaufen, schlug er aus, selbst für über 100 Mark nicht und selbst,als sie schon zerkratzt war vom Dauerspiel auf jeder Party.

Udo Lindenberg war der Backgroundsound unserer Jugend, unserer ersten Lieben und unsere große Liebe.

Danke, Udo, dass Du uns so tolle Sachen beigebracht hast!

Verschiedene Medien, selbst das Deutschlandradio, sprechen heute vom Rentenalter, in das Udo Lindenberg angeblich eintreten würde. Quatsch, erstens, weil das Rentenalter nicht mehr bei 65 liegt und Quatsch, weil Udo immer jung ist. Sonst müssten wir, seine Fans seit Jugend an, ja zugeben, auch langsam älter zu werden. Das tun wir niemals!

Ein Satz sagt alles über Berlusconi

Zu finden ist das Prachtstück in einem Artikel über die zunehmende Rolle der Schönheit für politische Karrieren auf SpOn:

…in Italien ist das Ausmaß an plastischer Chirurgie im Gesicht des Ministerpräsidenten kaum weniger grotesk als die Art seiner Freizeitgestaltung.

Anlass des Artikels ist die blendende Schönheit von und zu Guttenbergs und Frau Koch-Mehrin, die so schön und blendend sind, dass sich das Wahlvolk vor allem im ersten Fall nur äußerst ungern ent-täuschen ließ.

via Karrieren: Schlicht schön – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik.

Erschütternd

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Interview mit der Zeit auf die Frage nach dem Unerwarteten an der Reaktorkatastrophe in Fukushima:

Merkel: Ich habe persönlich nicht erwartet, dass das, was ich für mich bis dahin als ein theoretisches und nur deshalb verantwortbares Restrisiko gesehen hatte, Realität wird – und zwar in einem Hochtechnologieland wie Japan.

Und gleich danach spricht sie davon, dass Japan erschüttert worden sei und meint damit nicht das Beben.

Das ist alles wirklich erschütternd.

Ganzes Interview: Bundeskanzlerin Merkel: Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit vernünftig zusammenbringen.