Monatsarchiv: April 2011

Schwule Schulen in Düsseldorf

Eurovision Song Contest – wer sieht sich das an? Ein gängiges Vorurteil pflegt die Stadt Düsseldorf mit einem wirklich schönen Tippfehler:

In den Begleitheften zu dem Musikwettbewerb ist auf Seite 45 statt „Aktionstag der Schulen“ als Programmpunkt „Aktionstag der Schwulen“ gedruckt.

Ein Aktionstag der ESC-begeisterten Schwulen wäre interessant gewesen. Ein Aktionstag der Schulen ist so spannend wie der diesjährige Vorauscheid (Lena gegen Lena gegen Lena), also wie eine Wahl in der DDR.

via Schwule statt Schule: Eurovision-Begleitheft mit peinlichen Druckfehlern – Gesellschaft – Lifestyle – Handelsblatt.

Mehr Parkplatzprosa

Wahrscheinlich wäre ein Blog nur zum Thema blöde Behindertenparkplatzschilder eine ergiebige Angelegenheit. Auf dem Zusatzschild kann sich offenbar jeder austoben.

Frisch aus Freyburg/Unstrut eingetroffen ist dieses Modell:

Hast du meinen Parkplatz genommen nimm auch meine Behinderung!

Sehr schön ist auch diese kryptographische Variante.

„Zu wirtschaftlich vertretbaren Konditionen“

Es gibt Formulierungen, die den aufmerksamen Leser oder Hörer fragen lassen, was genau der Formulierende, oft Politiker, damit meint. Eine davon ist „zu wirtschaftlich vertretbaren Konditionen“. Zu genau solchen wollen nämlich die Leipziger Verkehrsbetriebe die Gleise kaufen, auf denen die Leipziger Straßenbahnen fahren. Zur Zeit gehört Weiterlesen

Atomkraft und mehr strahlende Kinder

Wenn sich die vermeintlichen Standortvorteile von Atomkraftwerken am Meer dann doch als Nachteile herausstellen und es zur Katastrophe kommt, sind die Regierungen zum Handeln gezwungen. Die japanische Regierung lebt es uns vor: Mit einem Handstreich, der nur als genial zu bezeichnen ist, wurde die Gefährdung für die in der Fukushima-Region lebenden Kinder beseitigt. Wie man das schafft, während die Fukushima-Arbeiter verzweifelt versuchen, die radioaktive Strahlung im Kraftwerk zu behalten und eine schlechte Nachricht die andere jagt? Ganz einfach: Die Regierung Japans hat die japanischen Kinder einfach resistenter gemacht, indem sie den Grenzwert erhöht hat.

Für Kinder in Japan gilt jetzt der gleiche Strahlengrenzwert wie für deutsche AKW-Mitarbeiter.

Genial!

via Spiegel Online: Fukushima-Katastrophe: Japan erhöht Strahlengrenzwert für Kinder

Atomkraft am Meer oder: Das bayerische Abitur ist das beste

Dass das bayerische Abitur das beste sei, davon sind vor allem Bayern überzeugt. Einen Beweis tritt das SZ-Magazin an, das eine bayerische Abituraufgabe von 2010 veröffentlicht:

Im Rahmen des Ausbaus der Energieerzeugung aus Kernkraft wurde beschlossen, die japanischen Kernkraftwerke an den Küsten, jedoch in Entfernung zu den großen Verdichtungsräumen zu errichten. Begründen Sie diese Entscheidung und stellen Sie positive Effekte für die Entwicklung der räumlichen Strukturen an diesen Standorten dar!

Einige Antworten samt Musterlösung des Bayerischen Kultusministeriums stehen da: „Das Meer ist eine einfache Methode zur Abfallentsorgung“

Die sind einfach auf der Höhe der Zeit, die Bayern.

Unerhörte Werbung

Wofür Leute Geld ausgeben: In einem Leipziger Edeka-Markt tönt Werbung vom Band, in durchaus das Einkaufsvergnügen nicht schmälernder Zimmer- oder Marktlautstärke, und diese Werbung verspricht u. a. ein neues Hörvergnügen und die Möglichkeit, eines der neuen Hörgeräte eines Hörgeräteakustikers zur Probe zu tragen.

Dumm nur, dass, wer das hört, kein neues Hörgerät braucht und wer es braucht, die Werbebotschaft nicht hört. Der Hörgeräteladen hätte das Geld für den Spot auch zum Fenster hinauswerfen können. Die einzig denkbare Strategie wäre gewesen, die Werbung so laut abzuspielen, dass wenigstens die Angestellten des Markts bald ertauben.