„Die KKH war immer sehr großzügig.“ Mit diesem Satz hat mich Oma heute einigermaßen überrascht. Meine Erfahrungen der letzten Jahre hätten mich eher zur gegenteiligen Aussage bewogen: Jedesmal, wenn die KKH für Oma Geld ausgeben muss, schickt sie mindestens ein Schreiben, um zu fragen, warum, warum jetzt und warum gerade von der KKH das Geld ausgegeben werden muss und verschwendet damit meine und die Zeit ihrer Mitarbeiter. Außerdem, oder gerade darum, gehört die KKH zu den Kassen, die ohne Zusatzbeitrag nicht auskommen. Großzügig ist etwas anderes.
Omas Begründung: „Als ich die drei Wochen in Kufstein im Krankenhaus war, haben sie mir ohne Probleme erste Klasse bezahlt.“ Erste Klasse? Kufstein? Ist das nicht in Österreich? Meine vorsichtige Gegenfrage, wann sie denn im Kufsteiner Krankenhaus gelegen habe, ergab nach kurzem Überlegen: „Im Herbst 1944.“
Diese Großzügigkeit hat wirklich einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.
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