Bill Gates verschenkt sein Vermögen.

Das verspricht jedenfalls diese Mail, die ich heute erhielt. Mit dabei waren ca. 1.300 E-Mail-Adressen. Ich könnte mich langsam als Spammer selbstständig machen, wenn ich das noch nötig hätte und nicht schon bald das viele Geld von Bill Gates kriegen würde. Dazu muss ich nur, wie die Mail verspricht, den Inhalt weiterleiten.
Hier der Text:

Folgendes habe ich zugeschickt bekommen.
> Bitte auch den „Rattenschwanz“ an der Email lassen.
> Nehmt das Ernst!!
> Normalerweise sende ich keine Nachrichten dieser Art, aber diese Nachricht kommt von einer sehr guten Freundin, meiner Freundin, diese ist Anwältin und es scheint eine interessante Möglichkeit zu sein.
> Wenn Sie sagt, dass es funktioniert, dann funktioniert es auch.
> Jedenfalls kann man nichts dabei verlieren.
>
> Folgendes hat sie mir erzählt:
> Ich bin Anwältin und ich kenne das Gesetz. Das ist eine Tatsache.
> Täuscht euch nicht, AOL und Intel halten ihre Versprechen aus Angst, vor Gericht gebracht und mit Forderungen in Millionenhöhe konfrontiert zu werden, so wie es Pepsi Cola mit General Electric vor kurzem gemacht hat.
>
> Liebe Freunde, haltet dies bitte nicht für ei nen dummen Scherz.
>
> Bill Gates verteilt gerade sein Vermögen. Wenn ihr darauf nicht reagiert, könnte es Euch später leid tun. Windows ist noch immer das am häufigsten genutzte Programm. Microsoft und AOL experimentieren gerade mit diesem per e-Mail versandten Text (e-mail beta test) Wenn ihr diese Mail an Freunde versendet, kann und wird Microsoft zwei Wochen lang euren Spuren folgen.
> Für jede Person, die diese Nachricht versendet, zahlt Microsoft 245 Euro.
> Für jede Person, der ihr diese Nachricht geschickt habt und die sie weiterleitet, bezahlt Microsoft 243 Euro. Für die dritte Person, die sie erhält, bezahlt Microsoft 241 Euro.
>
> Nach zwei Wochen wird sich Microsoft mit der Bitte um Bestätigung der Postanschrift an Euch wenden und euch einen Scheck schicken.
>
> Mit freundlichen Grüßen
> Charles S. B… General Manager Field Operations  1-800-…-….  Ext .
> … or  904/…-…  or RNX …-…
> mailto:Charles_B…@….com ; mailto:Charles_B…@….com ;
>
> Ich habe dies für Betrug gehalten, aber zwei Wochen, nachdem ich diese Mail erhalten und sie weitergeleitet hatte, bat mich Microsoft um meine Postanschrift und ich habe einen Scheck über 24800 Euro erhalten.
> Ihr müsst antworten, bevor dieser Test beendet wird. Wenn jemand von euch diese Möglichkeit hat, sollte er sie nutzen. Für Bill Gates sind dies Ausgaben für eine Werbekampagne. Bitte sendet diese Nachricht so Vielen Leuten wie möglich. Ihr solltet mindestens 10000 Euro erhalten.
>
> Wir wären ja bei der Weiterleitung dieser Mail nicht behilflich, wenn nicht auch für uns etwas dabei herausspränge.
> Eine Bekannte meines Vaters hat sich vor einigen Monaten hier eingeklinkt.
> Als ich sie zuletzt besucht habe, hat sie mir ihren Scheck gezeigt.
> Die Summ e betrug 4324,44 Euro als Gesamtleistung.
>
> Die Tante von guten Freunden, Tante Patricia, die für Intel arbeitet, hat gerade einen Scheck über 4543,23 Euro für die Weiterleitung dieser Mail erhalten.
> Wie gesagt, ich kenne das Gesetz und es stimmt, dass Intel und AOL gerade über eine Fusion verhandeln, die sie zum weltgrößten Anbieter machen würde und um sicherzustellen, dass sie das meistgenutzte Programm bleiben, führen sie diesen Test durch.

Man darf davon ausgehen, dass diejenigen, die eine solche Mail weiterschicken, auch auf Aufforderung ihre Postanschrift und ihre Kontodaten weitergeben. Wie Andreas S. (auch seine Mailadresse ist dem Autor bekannt) so schön schrieb:

>Normaler weise lösche ich solche Mails ja sofort, aber da sie von einer vertrauenswürdigen Person verschickt wurde habe ich sie mal weitergeleitet. Mal sehen vielleicht klapp es ja wirklich und man bekommt ein paar Euro geschenkt.

Es sind übrigens interessante Mailadressen dabei, so z. B. von Oberfeldwebel Sven W. und Patric H. vom Logistikzentrum der Bundeswehr, Bereich M…, der Oberfinanzdirektion Niedersachsen, Landesweite Bezüge- und Versorgungsstelle (LBV) oder einer Vinyasa Power Yoga Referentin. Was machen die nur so, statt zu arbeiten?

Und natürlich, immer wieder, da auf Arbeit verschickt:

Diese E-Mail könnte vertrauliche und/oder rechtlich geschützte Informationen enthalten. Wenn Sie nicht der richtige Adressat sind oder diese E-Mail irrtümlich erhalten haben, informieren Sie bitte sofort den Absender und vernichten Sie diese E-Mail.

Das ist wohl der beste Rat. Derartige Mails unterliegen der höchsten Geheimhaltungsstufe: Vor dem Lesen vernichten. Wie allen anderen Spam auch.

Ach, übrigens riskiert man doch etwas, wenn man solchen Unsinn weiterschickt: Die Freunde können einen für einen geldgeilen Deppen und Spammer halten.

Update: Der Schwachsinn geisterte übrigens schon vor vier Jahren  durch die Mailboxen simpler gestrickter Zeitgenossen – siehe SpOn vom 31.03.2006.
2. Update: Cimddwc war schneller und gründlicher. Und dort steht alles zum Thema.

3 Antworten zu Bill Gates verschenkt sein Vermögen.

  1. Gibt’s schon seit mindestens 11 Jahren – siehe hier.

    Auf 1300 Adressen hat’s mein Exemplar, über das ich vor 2 Wochen berichtet habe, aber nicht gebracht – allerdings drang bei hunderten internen Adressaten bei VW/Audi die Mailadresse auch nicht bis zu mir durch…

    • Danke für den Hinweis, ich habe es mit einem Verweis hoffentlich wiedergutgemacht. Wir können ja Adressen tauschen – ich hätte ein paar Mercedes-Benz-Händler im Angebot. Bei dem, was innerhalb der Bundeswehr verschickt wurde, muss man die Mailadressen aber erst rekonstruieren. Das dürfte aber nicht allzu schwer sein.

      • Dann liefere ich die Versicherungsvertreter, die die gekauften Mercedesse versichern, den Papierhersteller für die Verträge und einen Elvis-Imitator für die feierliche Übergabe der Autos. Die Bundeswehr sorgt dann dafür, dass zwischen meinen VW/Audi-Leuten und deinen Mercedeshändlern kein Krieg ausbricht. :D

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