Im Trend: 3-D-Plakate

An niedere Instinkte wendet sich auch die Ausstellung “Körperwelten”. Der schöne Grusel, echte Leichen in Disneyland- und Tussaud-ästhetischer und vor allem geruchsneutraler Aufmachung nur zu sehen, treibt so viele in die Wanderleichenfledderstube, dass sie gleich bis Ende Oktober in Leipzig verbleibt. Da wäre Plakatwerbung vielleicht gar nicht nötig, aber wenn diese sogar in 3-D-Optik ist, erregt sie doch Aufmerksamkeit. Der Plastinator war es aber nicht, der den Tod mit der Klinke gekreuzt hatte, es war der Plakatkleber, der den vermeintlich sprintenden Sehnenmann in eine dritten Dimension erhoben hatte. Und Michael Flatley bildet den Kontrast, der Haltung wegen, nicht, weil er etwa lebendiger aussehen würde. Ein durchgängig morbides Vergnügen, fotografiert in Leipzig-Leutzsch.

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