Schlecker, mal wieder, aber diesmal sehr transparent

150.000 Kundendaten von Schlecker waren bis gestern frei über das Internet zugänglich, oder, wie Schlecker sagt, “gespeichert und vertraulich behandelt” worden. Das ist Vertraulichkeit einmal anders herum – bislang hatte man bei der Zusicherung gehofft, dem Datenspeicherer vertrauen zu können.

Schlecker lehrt uns, dass ein Unternehmen auch seinen Kunden oder der Öffentlichkeit insgesamt vertraut, dass die nicht weitererzählen, ob z. B. auch die SPD oder das Bundesverwaltungsgericht bei Schlecker einkaufen. Jetzt steht das da und dort, und vor allem im Fall der SPD würden einige Genossen gar nicht amüsiert sein, die sich zu den, nennen wir sie mal “Arbeitsbedingungen” beim Drogeriediscounter kritisch geäußert hatten.

Es ist aber nicht wahr: Während sogar diverse Qualitätsmedien verbreiten, die SPD kaufe bei Schlecker ein, steht im ursprünglichen Artikel bei Bild etwas anderes:

Brisant: Der Online-Dienstleister, bei dem die Schlecker-Daten ungesichert liegen, berät auch Bundesministerien, das Bundesverwaltungsgericht, die Allianz und den SPD-Parteivorstand.

Kein Wort davon, dass die Sozis bei Schlecker kaufen. Sie haben nur dieselben Fachkräfte engagiert. Wie auch Bundesministerien – hoffen wir mal, dass die nicht auch den E-Personalausweis in die Mache kriegen! Nachher bekommen alle Inhaber eines solchen Prachtstücks beim Einlegen in das Lesegerät aus Versehen gleich den Newsletter von Schlecker geschickt.

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