- Wenn Sie das Google-Auto nicht in Ihrem Viertel haben möchten, gehen Sie zum Gebrachtwagenhändler Ihres Vertrauens und kaufen sich das (im nebenstehenden Foto oben) abgebildete Modell. Das macht auch bei den Kumpels (Und bei den Mädels!) etwas her. Damit kreuzen Sie in den kommenden Wochen einfach vor den Zufahrtsstraßen Ihres Wohngebiets – der Google-Fahrer wird beeindruckt sein und Ihr Stadtteil möglicherweise zum weißen Fleck auf Googles Straßenansicht.
- Wenn Sie kein Geld oder keinen vertrauenswürdigen Gebrauchtwagenhändler haben, können Sie auch Ihren Chef fragen, ob Sie mit dem Betriebsauto nach Hause fahren können, vorausgesetzt, das Fahrzeug macht einen robusten Eindruck. Das Verfahren ist dasselbe – einfach mit Vollgas durch die Gassen preschen. Auch damit kann man die Arbeitsmoral der Google-Chauffeure massiv untergraben.
- Wenn Ihr Chef den Bagger nur kurz herausrückt, nutzen Sie die Zeit und stellen aus herumliegendem Baumaterial Hindernisse auf die Zufahrtswege. Mit etwas Glück wird es dann sogar für frühhistorisches Kulturerbe gehalten und Sie können den Job wechseln und in Zukunft Touristen ausnehmen.
- Sie haben keine derartigen Möglichkeiten und wollen trotzdem nicht erkannt werden? Verabreden Sie sich mit Ihren Nachbarn und ziehen alle dasselbe Kostüm an, solange der Google-Wagen rollt! Damit ist Ihre Anonymität gesichert.
- Wenn das auch nicht klappt, weil Ihre Nachbarn nicht mit Ihnen reden wollen, machen Sie das Beste daraus: Sorgen Sie dafür, dass Sie gut aussehen. Google verpixelt zwar ihr Gesicht, aber nicht Ihre Frisur. Gönnen Sie sich darum rechtzeitig einen neuen Schnitt und halten Sie die Haarbürste bereit, falls das Google-Auto um die Ecke kommt! So stärken Sie auch die einheimische Friseurbranche. Verwenden Sie Haargel, aber bitte in Maßen, nicht in Massen!
- Sorgen Sie dafür, dass Ihr Häuschen einen angenehmen Eindruck macht. Ziehen Sie den geplanten Fassadenanstrich einfach vor, nutzen Sie Farben der Saison! Jede Wunschfarbe erhalten Sie im nächsten Baumarkt, Dekoelemente können Sie vielleicht preiswert Ihrem Nachbar abluchsen. Apropos: Wenn Sie ihr Haus verkaufen wollen, können Sich die Annonce sparen.
- Auch Ihr Vorgarten ist dank Google Street View weltweit sichtbar. Unser Tipp: Zeigen Sie, was draufhaben! Schneiden Sie Ihre Rosen, pflastern Sie Ihre Zufahrt noch in diesem Herbst und lackieren Sie vor allem Ihre Zwerge!
- Wenn Sie zu herabhängenden Mundwinkeln und hochgezogenen Brauen neigen, sollten Sie besonders aufmerksam durch die Straßen gehen. Googles Gesichtsverpixelung funktioniert nur in Einheitsgröße - nicht, dass Sie für alle Welt so leicht erkenntlich sind!
- Gehen Sie ordentlich bekleidet auf die Straße. Wenn Sie in Ihrem Dorf in ausgebeulter Trainingshose und Feinrippunterhemd zum Einkauf gehen, weil Sie dort ja jeder kennt, können Sie sich, wenn Sie sich für alle Welt sichtbar auf Google Street View wiedererkennen, sagen, dass Sie außerhalb Ihres Dorfes ja niemand kennt. Wenn Sie der Gesichtsverpixelung nicht trauen, können Sie sich mit einfachen Mitteln aus der Apotheke schützen.
- Sie vertreten ein politisches oder religiöses Anliegen? Dann kommt Ihnen Google Street View gerade recht! Sorgen Sie nur dafür, die nötigen Accessoires dabei zu haben! Mit Google erreichen Sie viel mehr zu Errettende bei gleichem Aufwand. Schade nur, dass Ihre Glaubensbrüder und -schwestern Ihr besonderes Engagement nicht zu würdigen wissen werden, weil ja Ihr Gesicht verpixelt wird. Dagegen können Sie aber bei Google Einspruch erheben. Mit etwas Glück wird der sogar vor dem Jüngsten Tag bearbeitet.
- Verschieben Sie Besuche einschlägiger Etablissements auf die Nachtzeit. Solange es noch kein Google Infrared View gibt, sind Sie damit auf der sicheren Seite. Ihre Gattin erkennt Sie nämlich auch an Ihrer Bügelfalte, und dass Sie bei “Palomino’s Cathouse” Mittagessen wollten, glaubt Ihnen auch sonst niemand. Und Katzen gibt es im Cathouse auch nicht.
- Apropos Katzen: Wenn Sie in einer Gegend leben, in der Katzen sicher auf die Straße gehen können, lassen Sie Ihre Mieze aus dem Haus, bevor das Google-Auto kommt.
Damit nehmen Sie Teil an unserer weltweiten Mission: Das Internet braucht mehr Katzenbilder. Das Bild aus dem Carluv Street View zeigt das böhmische Dorf Hejnice, das sich mit der geschickten Platzierung einer attraktiven Mieze in bester Lage auch für Google gerüstet zeigt.
Wenn Sie diese Tipps beherzigen, kann Google kommen, und Sie werden bestens im Bild sein. Für allfällige Dankesbezeigungen und weitere Tipps nutzen Sie bitte das unten stehende Eingabefeld.




















