Die JU Berlin in der Hitze des Geschlechts

Ein grandioses Sommertheater bietet die Junge Union Berlin in Person ihres Vorsitzenden Conrad Clemens. Den Namen hatten wir hier schon einmal – der Nachwuchspolitiker hatte sich kürzlich nassforsch für ein unstatthaftes Stadthaftverfahren ausgesprochen: Wenn es in einem Berliner Bad zu einer Prügelei kommt, soll das Bad zur Strafe für alle eine Woche geschlossen bleiben, so Clemens. Jetzt hat sich der Jungunionist noch einmal selbst übertroffen: Mit einer Kampfansage an die Pornografie im Internet macht der Jungsaubermann von sich reden. Unter dem Titel

“Stoppt die Generation Porno!”

hat sich der Primus der Berliner “Generation JU” (JU über JU) an die Weltöffentlichkeit gewandt, doch endlich Schluss zu machen mit dem Schweinkram, der, so Clemens

“immer frauenfeindlich …ist…, die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen gegenüber anderen Menschen …erhöht… und die sexuelle Entfaltung …verdirbt…”

Nach diesen von Beweisen unbelasteten Behauptungen stellt er von unnötiger Logik befreite Forderungen auf, so, dass die Internetpornografie, die

“für minderjährige Jugendliche nur einen Klick weit entfernt”

ist, irgendwie gesperrt werden solle, was nichts nütze, dann gelöscht werden solle, was auch nicht so einfach sei, und darum dann doch lieber gesperrt werden solle. Und das Ganze soll, so Netzsexperte Clemens, in einem “Schengener Raum” stattfinden. Irgendwie.

Vielleicht meinte er “Schenkelklopferraum”, denn das war genau die Reaktion, die verschiedentlich wurde über derlei in der Hitze des Geschlechts erfolgte Ergüsse hervorgerufen wurde. Ja, es wurden gar Zweifel geäußert, ob die Pressemitteilung echt und die JU Berlin so dumm sein kann. In einem Interview hat der Vorsitzende jeden Zweifel ausgeräumt.

U. a. bei Dr. No wird aus der Pressemitteilung zitiert, die unterdessen aber nicht mehr nachzulesen ist. Die JU Berlin zensiert sich selbst! Auf der Presseseite der Jungen Union Berlin gibt es derzeit überhaupt keine Pressemitteilungen aus dem Jahr 2010. Vielleicht ist das auch gut so. Noch besser für die JU Berlin wäre, sie würde ihrem Antipornokrator eine Sommerpause verordnen, am besten bis 2085. Pornofrei, versteht sich, damit der Gute sich in seiner sexuellen Entfaltung nicht verdorben sehen muss.

Das ganze Ejakulat, denn das Internet vergisst nicht:

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2 Antworten zu Die JU Berlin in der Hitze des Geschlechts

  1. Guter Artikel. Jugend ist eben kein Privileg, sondern eine Bürde ;-)

    • Jugend vergeht, Dummheit bleibt.

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