“Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.”
Ein Repräsentant, der erst solchen Schwurbelschwall von sich gibt und sich dann noch wundert, dass er falsch verstanden wird, wirkt schon etwas deplatziert. Wenn der Repräsentant derlei auch noch auf dem Heimweg von einem Kriegsschauplatz von sich gibt, darf er sich erst recht nicht wundern, dass der Schwurbelschwall in Verbindung mit dem dortigen Krieg (inoffiziell gesagt) in Verbindung gebracht wird. Dass der eine oder andere Hörer oder Leser dann be- und anmerkt, dass das Gesagte nicht in voller Übereinstimmung mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland steht, sollte ebenfalls nicht verwundern. Glaubhaft ist, dass der Bundespräsident es nicht so gemeint hat, traurig, dass er es so gesagt hat. Manche Dinge sollte man eben nicht zwischen Tür und Angel oder im Flugzeug an der Schlange zum WC erklären.
Jetzt ist er zurückgetreten, mit wohl vorbereiteten und ausformulierten Sätzen, aber einem darin, der den Abgang zu einem schwachen macht. Horst Köhler, Altbundespräsident seit heute, erklärte:
Sie lässt den notwendigen Respekt für mein Amt vermissen.
Und mit “sie” meint Horst Köhler nicht seine verunglückte Äußerung zu Krieg und verquickten deutschen Wirtschaftsinteressen oder den etwas schwachen Umgang mit der Erklärungsnot im Büro des Bundespräsidenten, sondern die Kritik am Schwurbelschwall. Das lässt ihn nun ein bisschen als beleidigte Leberwurst und absolut nicht der Würde des Amts gemäß dastehen. Die anderen sind schuld. Also alles wie immer.
Schade. Man hätte ihm mehr Stil zugetraut.
*alla carbonara: ital., nach Köhler-Art.









