Monatsarchiv: April 2010

Verstehen Sie Schlarmann?

Josef Schlarmann ist Bundesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der Union. Ich weiß nicht, wie man in diese Funktion gelangt. Wahrscheinlich gilt das Prinzip: Man wird befördert, bis man überfordert ist. Josef Schlarmann jedenfalls war von der Wirtschaftswoche zum Streitgespräch mit Ulrich Schneider vom DPWV geladen worden. Das war ein bisschen zu viel für Herrn Schlarmann. Heraus kam ein Gespräch wie von Meister Eder und Pumuckl. Weiterlesen

Abstand halten

Prozent? Promille? Zentimeter? Prozentimeter? Wie misst man im deutschsprachigen Ausland Distanzen?

Die Schweizer Bundesämter für Gesundheit und Energie empfehlen, zu Energielampen einen Mindestabstand von mindestens 30 Prozent einzuhalten. Grund ist die Bestrahlung wegen des Elektrosmogs.

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Banausen

Da prangt es schmerzhaft in des Ästheten Auge, diesmal vom Titel des aktuellen Weltbildkatalogs:

Und der Ästhet denkt bei sich: „Aktuellst? Aktueller als aktuell? Was soll das sein? Ein kleiner Schreibfehler, kann im Stress passieren.“ Es sollte nicht passieren, denn wer mit Duden handelt, sitzt gewissermaßen im orthografischen Glashaus. Weiterlesen

Kein Aprilscherz

Da lese ich gerade auf SpOn, dass es in Hamburg einen Riesenkaufmannsladen gibt, einen So-tun-als-ob-Supermarkt, mit Spiel-Waren und gefärbtem Wasser in Weinflaschen und Spielgeld, in dem Langzeitarbeitslose spielen müssen, nein, darin geschult werden, in einem richtigen Supermarkt zu arbeiten. Prima Idee, dachte ich, da hat SpOn aber einen Aprilscherz lanciert, der an den mit dem E-Mail-Porto herankommt. Organisiert wird der teure Spaß laut SpOn vom TÜV Nord, bezahlt von der ARGE, natürlich mit echtem Geld. Und der Chef vom TÜV Nord heißt Westerwelle, Rainer Westerwelle. Die Erfolge:

Erfolgreich vermittelt wurden nach Angaben des TÜV-Schulungszentrums bisher 14 Arbeitslose,

was ja erst einmal ganz gut klingt, wenn der Satz nicht noch einen zweiten Teil hätte:

alle an Zeitarbeitsfirmen in der Lageristenbranche, allerdings noch keiner in den Einzelhandel.

Da kommen die Vermittelten ja ganz nachhaltig aus dem Leistungsbezug heraus. Und wenn sie mal so als Zeitkuli nach der Lagerarbeit das Gefühl haben, sich im Supermarkt nicht alle Wünsche erfüllen zu können, dürfen sie bestimmt noch mal zurück, um im Spielsupimarkt mit Spielgeld Glasperlen und gefärbtes Wasser in Weinflaschen zu kaufen, nur so als Spielidee.

Und, nein, es ist kein Aprilscherz. Es ist schlimmer. Es ist wahr. Das ist Deutschland 2010. Die ARGE Hamburg schämt sich des Spiels nicht, der TÜV Nord schämt sich ebenso wenig. Scham empfinden nur einige der gezwungenen Mitspieler.

Quelle: SpOn: Arbeitslose spielen Kaufmannsladen

Im Hamburger Abendblatt stand es schon im Januar.

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