Stelle frei

Deutschland hat heuer einen Verschleiß an BischöfInnen – heute hat der Bischof von Augsburg und Militärbischof Walter Mixa seinen Rücktritt verkündet. Mixa hatte auch viel um die Ohren: Mit schlagenden Argumenten hat er einst Heimkinder erzogen, für fremdes und teures Geld soll er Kitsch oder Kunst und Teppiche erstanden haben. Alles im Rahmen des Üblichen, versteht sich, beziehungsweise im Rahmen dessen, was der Bischof für üblich erachtet. Jetzt hat es ihm den Teppich unter den Füßen weggezogen, in den letzten Wochen und erst recht den letzten Tagen war die bischöfliche Autorität im freien Fall. Häppchenweise kehrte die Mixasche Erinnerung zurück, erst reagierte er auf die Prügelvorwürfe mit Strafdrohung, dann erinnerte er sich doch an die eine oder andere Ohrfeige. Unbescholten soll ein Bischof sein. Unbescholten ist anders. Mixa, der Militärbischof, hat sich zunehmend in die Rolle der Karikatur eines Würdenträgers gespielt. In seiner Scheinheiligkeit erinnerte er an den Feldkuraten und Namensvetter von mir, der, egal was er predigte, Wein und Stärkeres trank und sich danach an nichts mehr erinnern konnte und von seinem Burschen Schwejk nach Hause gebracht werden musste. Für Mixa hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch den Schwejk gemacht und ihm den Weg nach Hause gewiesen, die “Auszeit” empfohlen. Der fehlende Rückhalt unter den bischöflichen Kollegen dürfte wohl den Ausschlag gegeben haben. Das Amt war in Gefahr, Mixas weiterer Verbleib hätte die ohnehin angeschlagene Autorität der katholischen Kirche weiter untergraben.

Nun ist Walter Mixa zurückgetreten. In vier Tagen hat er Geburtstag. Den ist feiert er als einfacher Priester und hoffentlich abgeklärt genug, seine Hände im Zaum und seine Erinnerungen in Ordnung zu halten. Vielleicht schreibt er bald seine Memoiren – mit Bleistift, damit er sie bei Bedarf auch ändern kann.

Bedauern mag ob dieser Nachricht nicht aufkommen.

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Eine Antwort zu Stelle frei

  1. Die Auszeit dauert dann sicherlich bis “nach dem Krieg um 6″.
    U Kalicha fühlt er sich doch sicherlich vertraut.

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