Heute mal echter Katzencontent

Dieses kleine Blog wird heute zwei Jahre alt. Das ist ein guter Anlass, einmal echten Katzencontent zu  veröffentlichen. Hier also eine Geschichte aus dem wahren Leben von Carls Katze:

Der Autor dieses Blogs hat eine Vorliebe für Natur im Heim. Dazu gehören unbedingt Grünpflanzen. Zu den Grünpflanzen und den Vorlieben des Autors gehört Zyperngras, auch als Wasserpalme bekannt. Zyperngras ist eine attraktive, robuste Pflanze, die am besten gedeiht, wenn der Topf bis zum Rand mit Wasser gefüllt ist. Ein guter Aufzuchttipp ist auch, die dünnen Halme zu verschneiden und nur kräftige Halme wachsen zu lassen. Wasserpalmen lassen sich leicht vermehren: Man nehme einen abgeschnittenen Halm, stecke ihn kopfüber in ein Wasserglas und warte, bis sich Wurzeln bilden. Dazu kann man auch zu dünne Halme verwenden. Die Pflanze soll eine Wuchshöhe von zwei Metern erreichen. Mit wenig Mühe kann man sich so ein rundum grünes Heim innerhalb weniger Jahre und fast ohne finanziellen Aufwand schaffen.

Könnte man, wenn es nur nicht die natürliche Feindschaft zwischen Zyperngras und Katzen gäbe… Korrekterweise muss gesagt werden, dass die Feindschaft einseitig ist, denn die Katze hat von der Wasserpalme nichts zu befürchten. Nur umgekehrt. Katzen gelten zwar gemeinhin als Fleischfresser, doch wenn eine Katze eine Wasserpalme nur von weitem sieht, mutiert sie zum reißenden Kaninchen. Vor allem meine Katze, wenn sie meine Wasserpalme nur von weitem sieht. Frühere Wasserpalmen selig hat sie erst bis zum Wasserspiegel aufgefressen, dann das Wasser ausgetrunken und dann jeden Tag mehrfach nachgeschaut, ob sich ein neuer Trieb gezeigt hat, den sie natürlich sofort verputzt hat. Das hat jedes Zyperngras nur eine begrenzte Zeit toleriert, so robust ist keine Pflanze. Diesmal habe ich es darum anders begonnen.

Ich hatte, als ich vor einigen Monaten einen Zyperngrasstängel zur Aufzucht mit nach Hause brachte, vorsorglich einen Platz auf dem Küchenschrank für die Wasserpalme gewählt. Jetzt ist sie im Topf und wächst langsam. Ebenso vorsorglich habe ich den Rest der Oberseite des Küchenschranks mit allem Greifbaren vollgestellt. Der Nachteil ist, dass die Wasserpalme nur 50 cm hat, um in die Höhe zu wachsen. Der Vorteil ist, dass sie 50 cm hat, um in die Höhe zu wachsen.

Irgendwann hat die Katze die Wasserpalme entdeckt. Hier die Palme, da die Katze, und dazwischen stehe ich. Meine Küche ist klein. Meine Katze ist sportlich. Sie kann praktisch von jedem Punkt der Küche auf meine Schulter springen. Das tut sie leider auch. Wenn ich nicht merke, dass sie springt, und mich vom Zielort bewege, passiert es, dass sie meine Schulter verfehlt. Die Natur hat die Katze für solche Zwecke mit Krallen ausgestattet, mit denen sie sich gut festhalten und zum ursprünglichen Ziel, meiner Schulterpartie, hochziehen kann. Leider hat die Natur den Katzenhalter nicht mit der entsprechenden robusten Oberfläche ausgestattet. Ich traue mich schon gar nicht mehr zum Arzt zu gehen, um nicht als Ritzer sofort die Überweisung zum Spezialisten zu bekommen.

Manchmal springt die Katze auch nicht, sondern legt von der Küchenarbeitsplatte aus ihre Arme auf meine armen Schultern, hakt sich fest und zieht sich in ihrer ganzen Pracht hinauf. Das lehrt Körperbeherrschung. Jede Bewegung würde den Schmerz verstärken. Des öfteren bin ich auch nicht zum Vergnügen in der Küche, sondern habe einen heißen Topf oder das kostbare Familiengeschirr in der Hand. Die Katze springt trotzdem. Wenn sie vom Boden abspringt, schafft sie es nur bis auf Höhe meiner Oberarme. Wenn sie aus der Distanz springt, nur bis zum Oberschenkel. Den Rest zieht sie sich aufwärts. Jeder Zentimeter zwischen ihr und dem Zyperngras ist einer zu viel. Und ich spüre ihn, jeden Zentimeter, den sie mit ihren gefühlten 5,5 kg an meinem Körper hinaufgeht. Und vielleicht gehe ich ja mit ihr auf dem Buckel doch so nahe an den Küchenschrank, dass sie einen Halm oder besser den ganzen Topf erhaschen kann.

Ist die Katze erst auf der Schulter, schnurrt sie liebevoll, unterbrochen von einem leichten Gurren und Zähneklappern, wie wenn sie ein Vögelchen sähe. Zum Schutz meiner Haut gehe ich nur noch mit zwei Fleecejacken bekleidet in die Küche. Ich habe Angst vor dem Sommer. Erstens, weil es dann in der Küche warm wird, zweitens, weil dann die Zeit der T- und Muscle-Shirts kommt. So kann ich mich nicht auf der Straße zeigen. Was sollen die Leute denken? Ich werde das Sommerhalbjahr im Haus verbringen müssen. Mit zwei Fleecejacken am Leib. Oder ich werde Rocker und trage Leder. Oder ich gebe auf und der Katze, was sie will. Zum Dank wird sie sich dann auf dem Teppich übergeben.

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3 Antworten zu Heute mal echter Katzencontent

  1. Schon mal über die Anschaffung eines Kettenhemdes nachgedacht? Das ist zwar teurer, hält dafür aber auch länger als Leder- oder Fleecejacken.

    • Gute Idee. Ob das auch der Katze gefä�llt.?

  2. Pingback: Katastrophal Klima killende Katzen | Carls Weblog. Only cat news are good news!

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