Der neue CDU-Slogan: Politiker für Cash

Jetzt auch in Sachsen: Für ein kleines Entgelt kann man sich einen Termin mit dem Ministerpräsidenten kaufen, inklusive Foto. Das macht sich gut auf der Firmenhomepage oder im Kundenmagazin. Und man muss nicht auf die nächste Bereisung warten. Bereisung? Ja, der sächsische Ministerpräsident ist ein Bereiseministerpräsident. Seine letzte Bereisung war die des Landkreises Mittelsachsen. Wenn einer eine Bereisung tut, da kann er viel erzählen. Wenn einer keine Bereisung tut, da lässt er sich’s bezahlen. Bei der CDU hat man da auch kein schlechtes Gewissen, etwa wegen einer möglichen Vermischung von Staats- und Parteiamt.
In der Sachsen-CDU gilt, wie in Nordrhein-Westfalen, der erste demokratische Grundsatz: L’etat, c’est nous. Sauer stößt den Cashdemokraten aus Sachsen nur das west-östliche Honorargefälle auf: Ein Rüttgers am Stand kostet 14.000 Euro, während die vergleichbare Leistung morgen in Dresden gerade mal 8.000 Euro einbringt. Nur acht Mille für Smalltalk mit Tille – das ist doch nicht gerecht! Die sächsische CDU startet darum eine Initiative des Inhalts “Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.” Nur über den Titel ist man sich noch uneins. Alternativvorschläge sind: “Mein letzter Wille ist ein Gespräch mit Tille für 14 Mille.”, “Partnerschaft ist uns etwas wert.”, “Sachsen-CDU arbeitet erstklassig und muss erstklassig bezahlt werden.” Auf einen ungenannt bleiben wollenden EU-Energiekommissar soll folgender Vorschlag zurückgehen: “CDU means Cash from DU.”

Aus dem Wirtschaftsministerium des Freistaats ist unterdes gesickert, dass die Regierung des Freistaats für 2011 ein Wirtschaftsförderungsprogramm auflegen soll, das zweckgebunden Mittel für PR-Maßnahmen im Rahmen von Denkfabriken ausgibt. Das einfache Kalkül: Geld, das man in die Wirtschaft steckt, fließt früher oder später zurück in die Staatskasse, alternativ in die Parteikasse. Derlei Trennung nehmen ohnehin nur frustrierte Oppositionspolitiker vor, die eigentlich nur sauer sind, dass sie nicht auf diese geldsegensreiche Idee gekommen sind.

Denkfabrik ist auch so ein schönes Wort. Es drängt sich das Bonmot auf, das Kapitalismus anhand einer Schuhfabrik erklärt: Eine Schuhfabrik ist nicht dazu da, um Schuhe zu produzieren, sondern um Geld zu verdienen. So ähnlich wird es sich wohl auch mit einer Denkfabrik verhalten.

Überzeugen Sie sich davon, dass die Denkfabrik auch am Beginn des neuen Jahrzehnts ein guter Treffpunkt für Entscheidungsträger, Multiplikatoren, für engagierte Sachsen und unsere Partner ist.

Der engagierte Sachse muss dann Stanislaw Tillich sein.

via Stefanolix

Bild oben: Die CDU empfängt Sie mit offenen Armen. Bild Mitte: So ein Anzug muss auch finanziert werden. Zum Beispiel durch Posen mit Partnern. Bild unten: Man kann den sächsischen Ministerpräsidenten natürlich auch preiswert (ab 130 €) auf dem Semperopernball treffen. Nur so richtig nahe kommt man ihm da nicht.

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3 Antworten zu Der neue CDU-Slogan: Politiker für Cash

  1. Pingback: Als »Ein Sachse« trat er im Wahlkampf auf … « stefanolix

  2. Hallo carluv, vielen Dank für den etwas tiefer alls bei mir gehenden Beitrag! Ich fand es am Anfang ziemlich mies, was sich die CDU da geleistet hat, aber jetzt kann ich schon wieder darüber Witze machen.

    Ich habe gleich noch einen abgewandelten CDU-Plakat-Slogan bei mir ergänzt.

  3. Pingback: Ehrliche Politik. Unbezahlbar. « Carls Weblog. Mehr Katzenbilder!

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