Kristina Köhler, das unbekannte Wesen

Ein wahrer Coup ist der Bundeskanzlerin mit der Nominierung der bislang wenig bekannten Kristina Köhler gelungen. Die Opposition ist vollständig verwirrt, Blogger finden kein Foto der Newcomerin aus Hessen und die Presse ist außer sich: Die “Welt” bezeichnet Frau Köhler in überschäumender Tautologie als

junge Nachwuchsfrau der hessischen CDU.

Tatsächlich ist sie mit 32 Jahren sehr jung. Niemand weiß, für welche Politik sie steht, aber sie kann sich vermarkten und scheut nicht die Banalität: Sie twittert wie Obama, nein, sie twittert sogar selbst, dass sie auf dem Weg zum Bahnhof ist. Das qualifiziert sie natürlich zur Frontfrau der Internetausdruckerriege. Auf ihrer Homepage geht es ebenfalls tautologisch zu, dort kann man “Aktuelle Neuigkeiten” abonnieren. Sie ist klug, wenn auch manchmal etwas bürokratisch-knarzig im Ausdruck (“Manche Dinge dulden keine Aufschiebung…“). Sie ist eigentlich für das Amt nicht qualifiziert, wenn schon die Kanzlerin sagt,

“als ausgebildete Soziologin” werde Köhler bestimmt “sehr gute Arbeit” als Familienministerin verrichten. (Zeit.de)

Als ob die formale Qualifikation bei der Besetzung eines Ministerpostens je eine Rolle gespielt hätte! Bei der Besetzung des Finanzministeriums hatte z. B. Merkels Vertrauen zu Schäuble gereicht. Köhler war als Mädchen schon anders:

“Die anderen Mädchen schwärmten für Pferde, ich für Helmut Kohl.”

Sie hat auch sonst Fantasie und kann

sich gut in die Situation junger Menschen versetzen, die irgendwann einmal Kinder haben möchten,

und qualifiziert sich damit für praktisch jedes Ministerium: Ihr ist zuzutrauen, dass sie sich in die Situation des Landwirt genauso wie in die des Wehrpflichtigen, des Autofahrers wie des amerikanischen Präsidenten versetzen möchte, wenn die Partei das fordert.

Sie nimmt es nur leider mit der Wahrheit nicht so genau. Wenn es ihr in den politischen Kram passt, erregt sie schon mal Aufsehen und behauptet,

…es gebe eine „deutschenfeindliche Gewalt“ von Ausländern. Dabei berief sie sich unter anderem auf Forschungsergebnisse des Kriminologen Christian Pfeiffer, der Köhlers Aussagen allerdings als „Missbrauch“ seiner wissenschaftlichen Befunde zurückwies. (FAZ)

Damit fischt sie in sehr trübem politischem Gewässer. Dafür kriegt sie zu Recht das Attribut “Verlegenheitsministerin” mit schwebendem “o”. Auch interessant: Sie wollte, wenn auch nur für Eingebürgerte, die DDR-Jugendweihe in abgewandelter Form wiederbeleben und setzte sich dafür ein,

dass neue Staatsbürger einen Eid auf die Verfassung schwören sollten.

Kristina Köhler mag ja im “Bereich Integration” tätig gewesen sein – eine Integrationsfigur ist sie nicht. Aber sie ist eines: “Kohls Mädchen II“. Und das heißt heute: Merkels Mädchen. Kristina Köhler wird genau das tun, was die Kanzlerin verlangt. Sie will ja Karriere machen.

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3 Antworten zu Kristina Köhler, das unbekannte Wesen

  1. Ein ausführliches Porträt dieser dynamischen und sexy Politikerin findet man übrigens auch hier: http://www.paramantus.net/?p=1780

    Schönen Gruß :-)

  2. Nö, wer sich für Politik interessiert hatte genug Zeit auf Kristina Köhler aufmerksam zu werden. Und ihre Linie ist einfach klasse!

  3. Pingback: PARAMANTUS.NET » Blog Archive » Wer ist Kristina Köhler?

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