Monatsarchiv: Oktober 2009

100 Tage Kai Diekmann

Der wohl meistgehasste Chefredakteur Deutschlands, Kai Diekmann, bloggt. Und: Es ist komisch, was er schreibt, denn es ist so schräg, dass es schon wieder schön ist. Sogar Bilder von Miezen hat er. Nur, dass er unter „Miezen“ etwas anderes versteht als wir hier. Lustig ist auch, dass er sich nur 100 Tage zum Bloggen gegeben hat. Vermutlich, weil er sich kürzlich gegen die Schweinegrippe hat impfen lassen. Man weiß es nicht genau.

Kinder backen

Wem gehen sie nicht auf die Nerven, die kleinen als Hexe, Vampir oder Transvestit verkleideten Bälger, die die Klingel putzen und kreischenden Tons „Süßes oder Saures!“ verlangen? Alle Jahre wieder nervt die irisch-amerikanische Unsitte. Schicksal? Nein! Man kann etwas dagegen tun – eine Bäckerei macht da ein verlockendes Angebot: Weiterlesen

Prohibition in vollen Zügen

Neulich, samstags im Regionalzug: Eine freundliche Frauenstimme begrüßt die Fahrgäste im Metronom von Uelzen nach Hamburg Hauptbahnhof. Und weist „in eigener Sache“ ganz nüchtern darauf hin,

„dass ab dem 15. November in allen Metronom-Zügen ein Alkoholkonsumverbot gilt.“

Und setzt noch eines darauf:

„Wir bitten Sie jedoch schon heute, aus Rücksicht auf Kinder und andere Fahrgäste auf den Alkoholkonsum zu verzichten.“

In eigener Sache? Haben die bei der Metronom-Eisenbahngesellschaft ein Alkoholproblem? Sind da etwa nicht nur die Züge voll?

Interessant waren auch die Reaktionen darauf: Die einen fanden es ganz prima, während vor allem die mitreisenden HSV-Fans überlegten, wie sie dann wohl zum Spiel kommen sollten. Die Lösung war eine Fahrgemeinschaft, die fordert nur ein trocken gelegtes Opfer.

Ich überlege jetzt, nach Norddeutschland umzusiedeln und in den mobilen Handel mit Alkoholika einzusteigen. Sie werden mich unter „Al Carluvpone“ kennen lernen. Das Markenzeichen: Die Papiertüte. Und wenn dann 2011 das Speisenverzehrverbot kommt, komme ich ganz groß heraus.

Audi Cabrio gewonnen

Wenn man eben mit einem Wochenendticket von der Nordsee nach Leipzig gereist ist, freut man sich doch, wenn man auf dem Anrufbeantworter die Nachricht vorfindet, ein Audi-Cabriolet im Wert von 25.000 Euro gewonnen zu haben. Der Gewinnclub Deutschland hat angerufen, oder, besser gesagt, ein Mann im Auftrag des Gewinnclub Deutschland, oder, noch besser gesagt, ein Tonband mit einer Männerstimme im Auftrag des Gewinnclub Deutschland. Eine irgendwie ölige Stimme, die ein bisschen suggeriert: Hier wirst du angeschmiert. Und mal ganz ehrlich: Ende Oktober ein Cabrio – wer will denn das? Und wenn ich dazu noch eine Nummer anrufen soll von einem „Koallcenter“, die schön langsam vorgelesen wird: „Null Neun …Pause…Null Null…“, da weiß ich doch schon alles. Minutenpreisansage? Fehlanzeige. Rufnummernanzeige? Keine. Wahrscheinlich kostet ein Anruf bis 25.000 €. Herr Schmierstimme vom Gewinnclub Deutschland, ich will Ihr Cabrio gar nicht.

Die Schmierstimmennummer im Ganzen: 0900 3 12 34 09.

Zum Nachhören. Und: Ich bin nicht der einzige Glückliche.

Eins, zwei, viele Nebenhaushalte

Da ist man mal ein paar Tage im Urlaub, ohne Internet und nur einmal am Fernseher. Dort wird gerade Abenteuerliches verkündet: Unsere kommende geliebte Bundesregierung stellt ihre neue Finanzjonglage vor. Ein Nebenhaushalt!

Und ein paar Tage später ist alles schon nicht mehr wahr. Dabei hatte ich mir den Rest der Urlaubstage einen solch hübschen und bissigen Artikel überlegt, den ich hier anbringen wollte. Von meinem ganz privaten Nebenhaushalt zum Beispiel. Wie ich morgen im Supermarkt versuchen würde, an der Kasse einen Wechsel auf meinen Nebenhaushalt auszustellen. Oder wie ich ganz gerissen die Ausgaben für Miete und Energie künftig aus dem Nebenhaushalt decken würde. Da macht es auch gar nichts, dass die geschenkten Steuermillionen sofort wieder für mehr Sozialabgaben weggehen, bevor sie überhaupt ankommen – wir machen noch einen Nebenhaushalt! Usw. usw.

Und nun? Alles Nebenhaushalt von gestern. Bundesregierung, Sie sind bei mir unten durch. Ich bin sauer. Kein Wort glaube ich Ihnen mehr.

P. S. Apropos: Die neue Regierungsriege (Jetzt hätte ich beinahe „Regierungsclique“ geschrieben!) ist ja auch nicht so das Dream Team. Gab es für den Schäuble nichts in Brüssel oder, noch besser, auf dem Mond, wo er keinen Schaden anrichten kann? Und die Zensursula muss auch schon wieder in Familie machen? Und der von Wirtschaftsminister ist zum Verteidigungsminister geworden? Und der Jung heißt ja wohl auch bloß so und sah eher anders aus. Und auch bei der FDP hat man die Veteranen reaktiviert. Der Lambsdorff wollte wohl nicht? Wenigstens kann Westerwelle englisch. Wobei wir auch schon einen Kinkel hatten, der nicht hochdeutsch konnte. Das hätte also auch nichts gemacht.

P.P.S. Wie versprochen, gibt es neue Katzenbilder.

Urlaub

Hier ist aus Rekreationsgründen einige Tage nichts los. Freunde des gepflegten Katzenbilds delektieren sich bitte so lange hier, da oder auch hieran:

RotgetigerterUnd wenn ich wieder da bin, bringe ich ganz viele neue Katzenbilder mit. Versprochen!