Als gemeiner unentschlossener Wechselwähler hat man es bei dieser Bundestagswahl nicht leicht. Irgendwie scheint sowieso die Kanzlerin zu gewinnen, der einzige Widerstand dagegen kommt aus der CSU, und nur um den Platz des Juniorpartners gibt es noch ein Rennen. Und ob SPD oder FDP den Zieleinlauf gewinnen werden, wird kaum einen Unterschied machen. Der unentschlossene Wechselwähler wartet also auf den entscheidenden Impuls. Wie gut, wenn dann am Straßenrand großlettrig steht:
Wir haben die Patentlösung.
Wow, denkt sich der Unentschlossene. Endlich! Das will ich genauer wissen! Zwei Masten und ein Plakat weiter prangt es wieder gleich großlettrig und -spurig:
Wir haben die Patentlösung.
Helga Zepp-LaRouche.
Aha. Die Patentlösung ist also eine Frau. Das war unerwartet. Das ist plakativ. Das ist Wahlwerbung, die hängen bleibt, samt Bindestrichnamen. Das ist so herrlich wie dämlich. Das einzig Bedenkliche ist, dass die das wahrscheinlich vollkommen ernst meinen. Und sich wundern, wenn sie nicht ernst genommen werden.
Leider ist die Frage nach der richtigen Wahl damit noch nicht gelöst.
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