Die böse Presse erzählt wieder böse Sachen:
Neckarsulm, 06.04.2009. Lidl ist – entgegen aktueller anderslautender Darstellungen – auf einem guten Weg in Sachen Datenschutz.
Als hätten wir je daran gezweifelt! Niemals! Lidl war schon immer ein Name für Offenheit.
Von welchem Unternehmen sonst liest man in der Presse, wer mit wem schläft und wer woran erkrankt ist? Lidl-Mitarbeiter zu sein, heißt fast ein Royal zu sein. So viel Interesse wie das Lidl-Management für seine Mitarbeiter bringen sonst nur die Paparazzi den Fürstenhäusern entgegen, und bei Lidl gelangt das alles fast von allein an’s Licht der Öffentlichkeit, und wenn es den Umweg über eine Mülltonne geht. Lidl-Führungskräfte sind zur Sparsamkeit erzogen und entsorgen brisante Daten nicht einfach über den Unternehmensmüll. Nachher gehen da noch Obdachlose daran, und man muss das Zeug extra vergiften! Nein, Lidl ist auf einem guten Weg, global und ganzheitlich gesehen.
Auch wenn es hie und da noch böse Dinge gibt, Ausnahmen nur, ja EIN MITARBEITER nur, der noch böse ist:
Wenn dieses Engagement jetzt durch den eklatanten Verstoß eines Mitarbeiters einen Rückschlag erfahren würde, fände ich das äußerst bedauerlich.
Äußerst bedauerlich. Uns kommen die Tränen der Rührung. Warum man wegen eines Mitarbeiters gleich den Deutschland-Chef entlässt, ist auch nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Es muss an der Rührung liegen. Wo sie doch eigentlich alle so gut sind.
Wir empfehlen als nächsten Schritt die Berufung von Käptn Blaubär in das Lidl-Datenschutzteam. Das würde die Sympathiepunkte enorm steigern und die Glaubwürdigkeit unverändert lassen.
via Lidl Online.









Nun ja. Ich verstehe das ” Lidl ist auf einem guten Weg in Sachen Datenschutz” so, dass die Konzernführung auf einem guten Weg dahin ist, dass künftig keine Journalisten mehr die Schnüffeleien mitkriegen.
Da ist die Sache mit den Akten im Abfalleimer natürlich ein höchst “bedauerlicher Rückschlag”.
Das kommt alles von der Sparsamkeit: Wenn man schon illegal Daten erfasst, ist man zu geizig, einen Schredder zu kaufen. Warum sich der Herr Jacob aber für Lidl zum Ei macht, verstehe ich gar nicht. Wieviel Geld gibt es dafür?
Oje, es hat sich bei diesen Sklaventreibern bis heut nichts geändert. Es ist immer noch das gleiche wie vor fünf oder zehn Jahren. Die sind unbelehrbar. Aber das ganze hat sich gelohnt, da sie kaum noch Personal finden.