Mit Arbeit versaut man sich bekanntlich den ganzen Tag. Ebenfalls gut geeignet zur tägichen Verschweinerung ist eine Erkältungskrankheit. Beides in Kombination kann einen schon mal vom Bloggen abhalten. Da muss die Weltöffentlichkeit eben ein bisschen warten. Es wird ja ohnehin alles gut: Der neue Präsident der Vereinigten Staaten wurde inauguriert. Ein schönes, ja monarchisch anmutendes Wort: Inauguration. Bombastisch, dass jede Monarchie vor Neid erblassen muss, war dann auch das inaugurative Brimborium. Am besten gefiel mir, dass es beim Eid die kleine Panne gab. Das gab dem Ganzen die nicht ganz so perfekte Note und machte es menschlich. Menschlich ist auch das Stichwort für die ersten Lorbeeren, die sich Mr. President verdient hat: Das Dekret über die Schließung des Schandmals Guantanamo und das Verbot der Folter durch Geheimdienste hat die Wahl Obamas schon gerechtfertigt. Alles weitere warten wir ab.
Warten mussten auch die Schaulustigen bei der Parade, die nicht so privilegiert waren, das Ereignis vom heimischen Sofa aus verfolgen zu können. Es muss ja saukalt gewesen sein in USA. Umso eifriger tambourierten die Tamboure und geben mir den Anlass, endlich mal einen Ausspruch meiner Großmutter der geneigten Leserschaft präsentieren zu können:
Drum springe, wem Gesprang gegeben.
Dem Fachpublikum wird auch nicht entgangen sein, wie viele Kleider Michelle Obama im Laufe des Inaugurationstags getragen hat. Und jedes einzelne wurde von den Fachreportern gewürdigt. Erkältungsbedingt konnte ich dem nicht ganz folgen, wenngleich die Sorge um einen möglicherweise unterkühlte Präsidentengattinnenrücken mich umtrieb. Einen Ausdruck fand das im etwas unterkühlten präsidialen Paartanz auf verschiedenen Bällen. Das war etwa so, wie der ehemalige Präsident redet.
Der hatte übrigens einen Abgang mit Stil. Und vor allem hatte er ihn endlich. Und alles wird gut.







