Vor kurzem wurde an dieser Stelle, aber u. a. auch da, da und da diese Meisterleistung vom Wissenschaftsstandort Chemnitz ungnädig aufgenommen: Hartz IV scheint manchen mehr zu sein, als manchen lieb ist. Die Befürchtung, dass derlei Schönrechnerei um sich greifen und Begehrlichkeiten verschiedener Art wecken würde, war hier auch schon geäußert worden. Jetzt hat das TUCh-Virus ein neues bereitwilliges Opfer gefunden, und noch dazu ein prominentes: Frank-Jürgen Weise, erster Bundesagent für Arbeit, vor kurzem noch immun, meint jetzt, sagen zu müssen, dass man Jugendliche doch durchaus mit ein bisschen Taschengeldkürzung vermindertem Hartz-IV-Satz ein bisschen in eine Ausbildung drängen könnte. Die FR zitiert:
Kritisch werde es, wenn die Grundsicherung so hoch sei, “dass der Anreiz zur Arbeit schrumpft”. Das sei vor allem bei jungen Menschen der Fall. Daher dürfe ihre Grundsicherung nicht höher sein als die Ausbildungsvergütung am unteren Rande. “Dann nämlich wäre jede Ausbildung besser als rumsitzen und abwarten.”
Ein Patentrezept, auf das die deutsche Wirtschaft gerade noch gewartet hat. Im Sichtfeld von Herrn Weise liegen die Ausbildungsplätze ja geradezu “auf der Straße”* und harren der bislang nur zu faulen jungen Schulabgänger, die sich statt karger Lehrjahre gleich Herrenjahre mit Hartz IV machen wollen.
Jetzt fehlt eigentlich bloß noch ein Sekundant, der eine Ausbildungspflicht einführt. Notfalls im neuen Ausbildungsgang Bürgerarbeiterazubi. Herr Glos, übernehmen Sie!
* Zitiert nach: Oeffinger Freidenker


