Gut, günstig und gern immer länger: Atomstrom im Angebot

Bei RWE begrüßt man die Diskussion um den Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomenergie. Ein UnternehmensVolksvertreter im Deutschen Bundestag hatte unlängst seinem parteilichen Kernanliegen entsprochen und angeregt, Energielieferanten zum Sozialleistungsträger zu machen, wie auch hier bespöttelt wurde.

Jetzt zieht RWE nach und legt Zahlen vor:

Eine Verlängerung der Laufzeiten um 25 Jahre auf ein international übliches Niveau von 50 bis 60 Jahren würde eine zusätzliche volkswirtschaftliche Wertschöpfung von 250 Milliarden Euro erbringen. Umgerechnet auf jeden Bundesbürger sind das 3.000 Euro.

Das heißt aber jetzt nicht, dass jeder Bundesbürger 3.000 Euro kriegt, im Gegenteil:

Bliebe Biblis A allerdings länger in Betrieb, könnte RWE pro Jahr – auf Basis heutiger Strompreise – einen zusätzlichen Effekt auf das Betriebliche Ergebnis von rund 300 Millionen Euro pro Jahr (vor Steuern) erwirtschaften.

Was heutige Strompreise wert sind, entnehme der geneigte Leser seiner morgigen Energierechnung, und wessen Ergebnis da im Blick ist, steht auch groß geschrieben, aber:

Bei einer Verlängerung der Laufzeiten der bestehenden Kernkraftwerke ist RWE bereit, sofort und vorbehaltlos mit den zuständigen Stellen Gespräche aufzunehmen. Gemeinsam sollen wirtschaftliche Vorteile aus einem Weiterbetrieb der Kernenergie in geeigneter Form dazu genutzt werden, unsere Kunden zu entlasten.

Das ist ein deutlicher Auftrag: Erst verlängern, dann reden. Es lohnt sich. Eventuell sogar für die Bundesregierung, wie dieser abschließende Wink mit dem Strompfahl verdeutlicht:

Eine Verlängerung der Laufzeit der bestehenden Kernkraftwerke kann in Summe zu einer nachhaltigen und dauerhaften Entlastung der Energiekosten in Deutschland und zur Erreichung anderer wichtiger energie- und umweltpolitischer Ziele der Bundesregierung beitragen.

Und diese generöse Geste gab es ganz gratis. Es fehlt nur noch der Hinweis auf die Arbeitsplätze, die der Ausstieg aus dem Ausstieg sichern würde. Dann kann doch keiner mehr dagegen sein.

(Quelle)

Lesenswert (u. a.):

Auf Spreeblick wird gefragt (und heiß diskutiert), wieviel Asse die Atomlobby noch auf Lager hat. Greenpeace rechnet, was bzw. wer den Strom teuer macht.

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