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Neue Iren braucht Europa

13. Juni 2008 · 1 Kommentar

oder, um Brecht zu verballhornen: Vielleicht sollte Europa sich nun ein neues Irland wählen.

Das sagt einer, der zum heute vorerst gescheiterten Lissabonvertrag gern auch gefragt worden wäre. Unabhängig davon, ob der Vertrag an sich wünschenswert ist oder nicht. Nur vorher gefragt zu werden, wäre nett gewesen. Wäre das Fragen Standard. vielleicht wäre das Werk dann auch so verfasst worden, dass die Verfasser sich die normalen, Nicht-Berufseuropäer zu fragen getraut hätten. Jetzt sind die Iren die Helden, oder die Undankbaren, je nachdem, wie man es gern sieht. Und die Berufseuropäer sind ratlos oder wütend oder beides zugleich. Und es geschieht ihnen Recht. Europäische Einigung ist nicht zu verordnen, sie braucht demokratische Zustimmung über die der Vertreter hinaus. Die Qualität einer europäischen Verfassung, die nicht Verfassung heißt, ist keine Frage der bloßen Vermittlung, sondern eine Frage des Demokratieverständnisses. Wer ist Europa, wenn nicht alle, die in Europa leben? Nicht als Lehrer und Schüler in einem überlebten Schulverständnis, sondern als Bürger, die an einem Ziel arbeiten. Frei, gleich, geschwisterlich. Und manchmal auch pathetisch.

Alles andere hat schon der Spiegelfechter in seinem großartigen Artikel dazu geschrieben.

Kategorien: Abgebloggt · Europa · Nachrichten
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1 Antwort bis hierher ↓

  • romanmoeller // 14. Juni 2008 um 2:37 | Antworten

    Die wollten uns (Bürgern) den Reformvertrag doch einfach vor die Nase setzen. Gut, das die Iren NEIN gesagt haben. Das jetzt alle Regierungen den Vertrag trotzdem in Kraft treten lassen oder sogar Irland ausschließen wollen, hat mit Meinungsfreiheit und damit auch mit Demokratie nichts zu tun.

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