Frühlingszeit ist Festivalzeit: Während Leipzig sich auf das überwiegend schwarze Event vorbereitet, (indem man wegfährt,) fand in Bremen als Gegenstück das ebenso gut besuchte Christival statt. Eine interessante Diskussion entspann sich im Vorhinein um den Nahverkehr, der erst mit Mission und dann mit gleichgeschlechtlichem Verkehr und natürlich der Meinungsfreiheit in Verbindung gebracht wurde. Das Festival in Bremen wurde dann auch von Protesten begleitet. Die Gegner schreckten offenbar vor nichts zurück, offenbarten aber, wes Geistes Kind sie sind:
Dann habe ich noch berichtet bekommen, dass welche bespukt oder beschimpft wurden, aber das wars dann auch an negativen Nachrichten.*
Bloß gut.
Nicht vom Christival inspiriert ist der Aussendungsdienst. Der klingt nur so und richtet sich u. a. an
Betreiber eines Etablissements
oder steuersparwillige Kanzlisten:
Ihre Kanzlei machte eine Firmenspende für karitative oder soziale Zwecke und Sie wollen diese publik machen, damit sie steuerlich absetzbar wird.
In Österreich gilt „Tu Gutes und rede darüber!“ offenbar als Kriterium steuerlicher Begünstigung. Man lernt nie aus. Der Aussendungsdienst richtet sich darüber hinaus an die wie folgt beschriebene Zielgruppe:
Sie nutzen das Internet und seine Inhalte? Ihnen brennt etwas am Herzen? Sie haben einen Verein? Eine Anwaltskanzlei? Sind eine humanitäre Bewegung? Ihre Firma arbeitet für unsere Sicherheit?
Also eigentlich an uns alle.
Apropos Sicherheit und Firma: Sehr interessant ist dieser Artikel, der beweist, dass der Verlauf der Demonstrationen am 1. Mai in Hamburg mittels Mondschau berechenbar war. Insbesondere dem Verfassungsschutz ist hier noch etwas Nachhilfe anzuraten. Da dieser bislang berechnet geraten berechnet hatte, dass es in Deutschland 200 „gewaltbereite autonome Nationalisten“ gebe und in Hamburg am 1. Mai davon schon 400 waren, darf man sich fragen, worin die Leistung des Verfassungschutzes besteht. Eine Dunkelziffer von 100 %? Wer tappt da im Dunkeln? Oder sind die V-Leute herausgerechnet worden? Böse Zungen behaupten ja gern, dass solche Unternehmungen wie der Verfassungsschutz sowieso nichts anderes täten, als Zeitung zu lesen. Noch bösere sagen: Scheinbar nicht einmal das richtig. Hoffentlich haben die Herren, die uns verfassungsmäßig schützen sollen, wenigstens jetzt die Medien verfolgt. Vielleicht schauen sie künftig auch in den Mond.
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